Biografie

Ich glaube, ich liebe Musik schon so lange ich lebe. Als meine Mama mit mir schwanger war, besuchte sie ein Konzert von Al Jarreau und es ist gut möglich, dass ihr die dort erhaltenen Jazz- und Soul-Impulse sehr weit unter die Haut gegangen sind und ich auch einige Schwingungen und Endorphine abbekommen habe. Mein Vater, ein begeisterter Musik-Konsument, der leidenschaftlich gerne CDs und Schallplatten sammelt, hat sein übriges zu meiner Gen-Komposition beigesteuert. Diese vorprogrammierten Grundtöne hörte man schon bald heraus: Spieluhren versetzten mich in Trance, das Trommeln meiner Hände und Füße auf Gegenständen jeder Art trieb meine Oma oft an den Rande des Wahnsinns, und das Wohnzimmer mit seiner tollen Stereo-Anlage funktionierte ich für viele Stunden meiner Kindheit in ein Tanz- und Sing-Studio um.

Meine Oma, eine Blockflötenlehrerin, war es aber auch, die mir die ersten Stücke auf der Blockflöte und am E-Piano beibrachte. Meine Grundtöne gewannen an Resonanz, sodass ich mit 7 Jahren begann, Klavierunterricht zu nehmen und recht bald schon entstanden meine ersten Eigenkompositionen. Die vielen Tasten waren sogleich mein Forschungsgebiet und ich konnte nicht lange damit warten, die Forschungsergebnisse mit meiner Stimme zu koordinieren. Das Singen ging mir dazu ganz leicht von den Lippen. Meine beste Freundin steuerte die Texte bei und so gründeten wir mit 12 Jahren ein Duo, nahmen eine CD auf, ließen Plakate drucken und gaben ein öffentliches Konzert.

Irgendwann musste ich dann diese Blase, die mich als Kind so lange Zeit getragen hatte, verlassen. Die letzten Jahre waren von Schwere, Langsamkeit, Rückzug und Zweifel geprägt, aber auch vom Abstand zur Musik, vielen Reisen und der gemeinsamen Zeit mit einem wundervollen Partner. Ich bin hindurch gegangen, habe das Studium abgeschlossen und die besondere und wunderschöne Möglichkeit wiederentdeckt, mich selbst mit Musik auszudrücken. Musik zu machen ist eine kostbare Erfahrung – ich hatte das fast schon vergessen. Ich bin dabei, meiner künstlerischen Fähigkeit wieder die Hand zu reichen und die Leichtigkeit in einer neuen Form wieder zu finden.